Standort und Rechtsraum

Digitale Souveränität

Wo eure Daten liegen, entscheidet darüber, welches Recht gilt und wer Zugriff verlangen kann. Deshalb steht hier jede Schicht einzeln — mit dem Ort, an dem sie wirklich läuft.

Souverän ist, wer selbst entscheidet — und wer nicht darauf angewiesen ist, dass ein Anbieter jenseits des eigenen Rechtsraums stillhält. Bei einem System, das eure Verträge, Protokolle und Personalunterlagen liest, ist das keine Haltungsfrage, sondern eine praktische.

Anbieter in Deutschland

Entwickelt und betrieben von einem Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Deutsches Recht, deutscher Gerichtsstand, deutschsprachiger Auftragsverarbeitungsvertrag.

Kein Drittlandtransfer

Die Verarbeitung endet an der EU-Außengrenze. Standardvertragsklauseln und eine Prüfung ergänzender Maßnahmen braucht ihr für Vryne nicht.

Kein Training mit euren Inhalten

Der Modellanbieter bekommt nur die Textabschnitte, die für die jeweilige Frage gebraucht werden — und trainiert damit nicht.

Nichts im Browser von außerhalb

Keine externen Schriftarten, kein CDN mit Zwischenspeichern außerhalb der EU. Das einzige fremde Skript ist die cookielose Reichweitenmessung über einen EU-Endpunkt — abschaltbar.

Wo welche Schicht läuft

Schicht für Schicht, ohne Sammelbegriff.

  • Anwendung

    Deutschland

    Container-Hosting in Falkenstein, ohne Umweg über einen US-Anbieter.

  • Datenbank und Vektorindex

    Deutschland

    Eure Dokumente, ihre Textabschnitte und die daraus berechneten Vektoren.

  • Dokumentenablage

    Deutschland

    Die Originaldateien, getrennt nach Organisation und nur signiert abrufbar.

  • Backups

    Deutschland

    Keine Replikation in eine andere Region, auch nicht zur Ausfallsicherheit.

  • Protokolle und Metriken

    Deutschland

    Keine Weiterleitung an einen Analyse- oder Logging-Dienst außerhalb der EU.

  • Sprachmodelle

    EU / EWR

    Ein europäisches Gateway verteilt auf Rechenzentren in der EU — Details unten.

Modelle — der Punkt, an dem viele Anbieter still werden

Hier steht, was wir zusichern können, und was nicht.

Die Sprachmodelle laufen über ein europäisches Gateway auf Rechenzentren in der EU und im EWR. Zum Einsatz kommen ausschließlich frei verfügbare Modelle, deren Parameter veröffentlicht sind und die jedes Rechenzentrum selbst betreiben kann — keine geschlossenen Modelle US-amerikanischer Anbieter, auch nicht über einen europäischen Wiederverkäufer.

Wir sagen bewusst EU und nicht Deutschland: Hinter dem Gateway stehen neun Rechenzentrumsbetreiber in acht EU-Ländern, zwei davon in Deutschland — in München und in Frankfurt. Welcher davon eine einzelne Anfrage beantwortet, entscheidet das Gateway nach Auslastung, Preis und Stromverbrauch, unter anderem damit eine Frage auch dann beantwortet wird, wenn ein Betreiber ausfällt. Eine Beschränkung auf ein einzelnes Land lässt sich dort derzeit nicht buchen — wir haben es geprüft und nachgefragt. Wer euch für die Modellschicht „garantiert Deutschland" verspricht, sollte erklären können, wie.

Nachvollziehbar ist es trotzdem: Jede Antwort trägt mit, welcher Anbieter sie erzeugt hat und in welchem Land — inklusive des Energie- und Wasserverbrauchs. Welche Modelle in eurer Organisation überhaupt zur Auswahl stehen, legen die Administratorinnen und Administratoren fest. Sobald sich die Modellschicht verbindlich auf Deutschland festlegen lässt, ist das der Weg, den wir gehen.

Was wir zusichern

  • Anwendung, Datenbank, Dokumentenablage, Backups und Protokolle laufen in deutschen Rechenzentren.
  • Die Modellschicht bleibt in der EU und im EWR — kein Aufruf verlässt den Geltungsbereich der DSGVO.
  • Ausschließlich Modelle mit offenen Gewichten, keine geschlossenen Modelle US-amerikanischer Anbieter.
  • Jede Antwort trägt mit, welcher Anbieter sie erzeugt hat und in welchem Land.

Was wir nicht zusichern

  • Kein garantiertes Einzelland für die Modellschicht — das Gateway verteilt innerhalb der EU.
  • Der Mailversand läuft übergangsweise über Resend in den USA. Das ist der einzige Baustein außerhalb der EU, betrifft nur Anmeldelinks, Einladungen und Kaufbestätigungen — nie eure Dokumente — und wir suchen einen europäischen Ersatz.
  • Die optionale Websuche reicht Suchbegriffe an öffentliche Suchmaschinen weiter und ruft fremde Seiten ab — das verlässt die EU. Eure Dokumente bleiben davon unberührt.
  • Der Betrieb in eigenen Rechenzentren ist nicht geplant. Vryne ist ein gehosteter Dienst. Sollten eigene Rechenzentren gewünscht sein, wird dies ausschließlich in Deutschland erfolgen.
  • Nicht, dass ein Modell nie irrt. Deshalb steht an jeder Antwort die Fundstelle, aus der sie stammt.

Häufige Fragen

Was Datenschutzbeauftragte als Erstes wissen wollen.

Sehen andere Organisationen unsere Dokumente?

Nein. Dokumente, Textabschnitte, Chats und Nachrichten hängen an eurer Organisation, und jede Suche filtert darauf. Die Trennung läuft über die Organisation, nicht über eine Regel, die man in der Anwendung vergessen könnte.

Was genau bekommt der Modellanbieter zu sehen?

Die Frage und die Textabschnitte, die dafür aus euren Dokumenten geholt wurden — nicht die vollständigen Dateien und nicht eure übrige Wissensbasis. Was mitgeschickt wurde, steht als Quellenangabe an der Antwort.

Können wir festlegen, welche Modelle genutzt werden dürfen?

Ja. Administratorinnen und Administratoren geben in der Verwaltung frei, welche Modelle in eurer Organisation zur Auswahl stehen. Was nicht freigegeben ist, taucht in der Anwendung gar nicht erst auf.

Was passiert, wenn wir ein Dokument löschen?

Es verschwindet mitsamt seiner Textabschnitte und der daraus berechneten Vektoren. Antworten stützen sich danach nicht mehr darauf — es bleibt kein Index zurück, der den Inhalt weiter kennt.

Setzt Vryne Tracking-Cookies?

Nein. Gesetzt wird nur, was die Anmeldung und eure Datenschutz-Auswahl brauchen. Es gibt keine Werbe- oder Profiling-Cookies. Wir zählen Seitenaufrufe mit Fathom Analytics — ohne Cookie, ohne Kennung, über einen EU-Endpunkt — und widersprechen könnt ihr dem jederzeit über die Datenschutz-Einstellungen im Fußbereich.

Und die Websuche — bleibt die auch in der EU?

Nein, und das sagen wir offen. Die Suche selbst läuft auf einer Instanz, die wir betreiben, aber sie ist eine Metasuchmaschine und reicht die Suchbegriffe an öffentliche Suchmaschinen weiter; ruft ein Modell danach eine Seite auf, sieht deren Betreiber den Zugriff. Übermittelt wird nur die Suchanfrage, nie ein Dokument aus eurer Wissensbasis — und ohne eingerichtete Suche wird das Werkzeug einem Modell gar nicht erst angeboten.

Wer ist außer euch beteiligt?

Der Hosting-Betreiber, das Modell-Gateway, der Zahlungsdienstleister ablefy in Berlin, die cookielose Reichweitenmessung von Fathom und — übergangsweise — Resend für den Mailversand. Die Suchinstanz für die Websuche betreiben wir selbst auf derselben Infrastruktur. Alle Dienstleister stehen mit Sitz, Zweck und Verarbeitungsort bei den Unterauftragsverarbeitern, nachlesbar und nicht nur im Vertragsanhang.

Was das für eure Dokumentation bedeutet

Ein Transfer in ein Drittland findet nicht statt. Damit entfällt die Prüfung, ob Standardvertragsklauseln und ergänzende Maßnahmen im Einzelfall tragen — eine Frage, die seit dem Wegfall des Privacy Shield viele Datenschutzbeauftragte beschäftigt. Für euer Verarbeitungsverzeichnis reicht der Verweis auf die Verarbeitung innerhalb der EU, für Anwendung und Datenhaltung auf Deutschland.

Wer außer uns beteiligt ist, steht bei den Unterauftragsverarbeitern. Zurück zum Datenschutzcenter.

Wir zählen Besuche, keine Besucher. Unsere Statistik kommt ohne Cookies aus, speichert nichts auf eurem Gerät und legt kein Profil an. Ihr könnt ihr trotzdem jederzeit widersprechen. Mehr dazu